Das Honor 6 plus ist nicht der Nachfolger des nach wie vor im Programm befindlichen, sehr erfolgreichen Honor 6, sondern rundet das Portfolio der Huawei-Tochter nach oben ab. Ein 5,5 Zoll großer Full-HD IPS-Screen, der bereits aus dem Huawei Mate 7 bekannte Kirin 925 Chipsatz mit jetzt 3 GB Arbeitsspeicher und Dual-Sim Unterstützung und als Knüller eine doppellinsige Hauptkamera sind die technischen Eckdaten des Newcomers. Bei der in Deutschland verkauften Version sind 32 GB Hauptspeicher integriert. Wie bei Honor üblich, ist das Phablet nur online und nur ohne Vertrag für vergleichweise günstige 399 Euro UVP erhältlich. "For the brave" - damit wirbt Honor für das neue Spitzen-Smartphone. Gehört wirklich Mut zum Kauf des Honor 6 plus? Wir klären das.

 

"Das Honor 6+ wurde für Digital Natives entwickelt!"

Lars-Christian Weisswange,

Chief Engagement and Communications Officer bei Honor in Westeuropa beim Honor 6 plus Launch in Düsseldorf.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Unboxing

 

Das Honor 6 plus kommt in der schon bekannten, unscheinbaren türkisfarbenen Honor-Schachtel daher. Darin befinden sich das Smartphone, eine Kurzanleitung, das Werkzeug zum Öffnen der Sim- und SD-Karten-Schubladen, ein Netzteil mit USB-Kabel und zwei Schutzfolien für vorn und hinten. Ein Headset fehlt bei unserem Testgerät, es ist aber nicht auszuschließen, dass Honor bei den Seriengeräten eines beilegt.

 

 

Das beigelegte Netzteil kann bis zu 2 Ampere liefern - sehr sinnvoll bei einer Akku-Kapazität von dicken 3600 mAH.

 

Die Formensprache entspricht dem Honor 6 und dem Huawei Ascend P7, das 5,5 Zoll Display arbeitet nach dem In-Plane-Switching (IPS)-Prinzip, bei der die Elektroden nebeneinander in einer Ebene parallel zur Display-Oberfläche angeordnet sind. Liegt Spannung an, drehen sich die Moleküle in der Bildschirmebene und vermeiden die für z.B. TN-Displays typische Schraubenform und damit weitgehend eine Blickwinkelabhängigkeit. Wie bei Spitzenphones üblich, ist das Panel direkt mit dem Glas verbunden (IPS-NEO), was eine kompakte Bauform ermöglicht. IPS-Panel arbeiten passiv und werden von den Seiten über Lichtleiter über LEDs mit Helligkeit versorgt. Das Display löst in 1080 x 1920 Pixeln auf (Full-HD). Waaas, kein Quad-HD? Bei 5,5 Zoll? Nein, und das ist unserer Ansicht nach sehr vernünftig, denn ein Unterschied ist beim Sichtvergleich mit einem Note 4 bei der Auflösung nicht zu erkennen. Was nicht wundert, streitet sich die Heimkinowelt doch darüber, ob 4K bereits ab 60 Zoll oder erst bei einem Beamer Sinn macht. Dagegen hat die SoC und der Akku mit der Full-HD-Auflösung ein viel leichteres Spiel. Den Kratzschutz gewährleistet CORNING® GORILLA® GLASS 3. Die Frontkamera löst mit sehr guten 8MP auf und ist Panorama-fähig. Eine RGB-LED dient der Anzeige konfigurierbarer Ereignisse wie z.B. einem verpassten Anruf.

Die Rückseite ähnelt beim Material der Optik des Huawei Ascend P7, ein leichter Schimmer ist bei Bewegungen erkennbar. Als Material kommt aber kein Glas, sondern Fiberglas in mehreren Schichten zum Einsatz, um die Stabilität zu erhöhen. Links oben sitzt die Doppel-Hauptkamera mit dem Doppel-LED-Blitz, unten ist recht ungünstig der Lautsprecher eingelassen. Von der Rückseite steht nichts hervor, alles ist bündig verarbeitet.

Die Doppellinsen-Kamera ist ein technischer Ansatz, die Lichtempfindlichkeit bei kleinen Sensoren zu erhöhen. Je höher die Auflösung, desto enger drängeln sich die Pixel auf den kleinen Sensoren. desto weniger Licht können sie aufnehmen, umso mehr Störfragmente sind im Bild sichtbar ("Rauschen"). Zwei Sensoren verdoppeln die Sensorfläche, Honor hat sich dankenswerter Weise auf zwei 8MP-Sensoren beschränkt. Die Software stitcht die Fotos dann zu einem 13 MP-Ergebnis zusammen - theoretisch gut, aber "native" Ergebnisse direkt aus der Sensor-Auflösung sind von vornherein ausgeschlossen. Ob und wie das funktioniert, klären wir weiter unten im Kameratest. Zudem sind einige technische Gimmicks möglich wie das nachträgliche Bestimmen des Fokuspunktes oder eine Software-Blenden-Simulation. Optisch können die Doppellinsen unabänderbare f2.0, was genügend Licht auf die Sensoren fallen lässt. Der doppelte LED-Blitz dient aufgrund nur einer Blitzfarbe lediglich der Strahlkraft.

Mit 7,5 mm Tiefe bewegt sich das Honor 6 plus auf einer Höhe mit dem Xperia Z3 (7,3mm), obwohl ein fest verbauter Mega-Akku Unterschlupf findet. Die silbernen Elemente sind aus echtem Aluminium, der restliche Rahmen besteht aus hochwertig wirkendem Kunststoff. Die Verarbeitung des gesamten Gerätes ist überaus wertig, unregelmäßige Spaltmaße konnten wir beim Testgerät nicht entdecken. Die Metall-Wippe und der An/Aus-Schalter sitzen fest und haben einen sehr definierten Druckpunkt. Die beiden Schubladen schließen bündig mit der Seite ab, sie fassen entweder eine Micro-Sim und eine Nano-Sim oder alternativ zur Nano-Sim bis zu 128 GB SD-Speicher.

An der Unterseite finden wir lediglich den Micro-USB-Anschluss und das Mikrofon.

Links gibt es was zu schauen und zu tasten, nichts zu bedienen.

Oben finden sich die Headset-Klinken-Buchse, ein weiteres Mikrofon und ein IR-Blaster. Dieser wird werksseitig von EMUI 3.0 für einige Heimkino-Komponenten unterstützt, DSLR-Software aus dem Playstore verweigert aber mangels Kompatibilität noch die Zusammenarbeit.

Ein Größenvergleich, von links: Huawei Ascend P7, Huawei P8, Honor 6 plus, Sony Xperia Z3.

 

 


 

 

 

 

 

 

Technische Daten

 

Herstellerangaben

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Innere Werte und Leistung

Beim HiSilicon Kirin 925 Chipsatz aus dem Regal der Konzernmutter Huawei handelt es sich um einen ARM basierten 32 Bit Chipsatz in big.LITTLE Architektur mit acht Kernen in zwei unterschiedlichen CPU-Clustern mit jeweils vier Kernen. Der schnelle Teil rechnet mit vier Cortex-A15-Kernen mit bis zu 1,8 GHz Takt, der sparsame Cortex-A7-Kern mit vier mal 1,3 GHz. Je nach Belastung werden von der SoC lediglich die benötigten Kerne aufgerufen, was den Akku-Verbrauch spürbar senken soll. Die Grafik-Einheit besteht ebenfalls aus einer ARM-Entwicklung, dem Mali T628 MP6 mit sechs Clustern - da gibt es mittlerweile schnellere Lösungen, allerdings muss die GPU nur 1080 x 1920 Pixel steuern und erledigt das bei jedem momentan verfügbaren Spiel ohne erkennbares Ruckeln. Der SoC darf auf standesgemäße 3 GB Arbeitsspeicher zugreifen.

Ist die Leistung eines Smartphones mit Benchmarks messbar? Klar, diese schmeißen Ergebnisse raus. Der AnTuTu Benchmark reiht das Honor 6 plus in die Leistungsriege der 32 Bit Qualcomm 800er Baureihen ein:

 

 

Wie schon bei dem Huawei P8 wird hier die GPU falsch erkannt - seis drum. In der Praxis zeigt sich das Phablet jederzeit potent. Die Apps öffnen zügig, der Screen lässt sich smooth und ruckelfrei bedienen, keine der ausprobierten Apps brachte die SoC an ihre Grenzen. Verglichen mit Neuerscheinungen wie dem Samsung S6 oder dem Huawei P8 ordnen wir das Honor 6 plus bei der Leistung in der unteren Spitzenklasse ein.

 

Konnektivität

Das 6 plus ist in fast allen Netzen unterwegs - GSM900, GSM1800, GSM1900, UMTS850 (B5), UMTS900 (B8), UMTS1900 (B2), UMTS2100 (B1), LTE2100 (B1), TD-SCDMA2000, TD-SCDMA1900, LTE1800 (B3), LTE2600 (B7), TD-LTE2600 (B38), TD-LTE2500 (B41), TD-LTE2300 (B40), TD-LTE1900 (B39) stehen im Portfolie. Bitter: das für Deutschland so wichtige LTE800 (B20) fehlt. Dafür sind beide SIM-Slots mit GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA, HSUPA, HSPA+, TD-SCDMA, TD-HSDPA, LTE, LTE-A nutzbar.

Beim WLAN gehen 802.11a, 802.11b, 802.11g, 802.11n auf 2,4 und 5.0 GHz, bei Bluetooth wird 4.0 unterstützt, NFC ist vorhanden.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Handling

Das Phablet liegt trotz seiner Größe gut in der Hand, die Verarbeitung wirkt überaus präzise und routiniert. Die Einrichtung gelingt Android- und EMUI-typisch schnell und unkompliziert ohne Überraschungen.

Uns hat die Qualität der Displaydarstellung überrascht: stets mit ausreichender Helligkeit und intensiven Farben wirkt das IPS-NEO Display bei grandioser Blickwinkelstabilität wie ein OLED-Verwandter. Dabei ist die Darstellung sehr detailreich, wir haben zu keinem Zeitpunkt eine höhere Auflösung vermisst.

EMUI 3.0

Der Hersteller weicht traditionell von konservativen Android-Pfaden ab und setzt auf das Android, beim 6 plus aktuell in der Version 4.4.2 - Lollipop wird im Laufe des Jahres erscheinen - die GUI der Konzernmutter Huawei auf. Früher hieß der Aufsatz Emotion UI, mittlerweile wird er griffiger EMUI genannt. EMUI ist nicht nur eine grafische Veränderung, Honor lässt zahlreiche sinnvolle Verbesserungen in der Bedienung einfließen. Ungewöhnlich ist der Verzicht auf einen App-Drawer, die Apps liegen auf den Homescreens, von denen immerhin neun generiert werden können. Zudem lassen sich Apps in Ordnern zusammenfassen. Wer nicht auf den App-Drawer verzichten kann, weicht auf einen alternativen Launcher aus dem Play-Store aus. EMUI intern stehen umfangreiche Themen zur Wahl, die sich jeweils individuell konfigurieren lassen.

 

Die Magazin-Funktion des Sperrbildschirmes lässt dort eine zu konfigurierende Diashow ablaufen. Ist sie deaktiviert, erscheinen beim Wischen von unten nach oben nur die praktischen Widgets zum Direktzugriff.

Honor lässt dem Nutzer alle Freiheiten bei den Berechtigungen und anderen defizilen App-Einstellungen, die ein Rooten des Gerätes im Grunde überflüssig machen. Ein mächtiges Tool ist dabei der Telefon-Manager. Es empfiehlt sich die Installation der Huawei System-App PM Plus aus dem Playstore, die weitreichende Berechtigungseinstellungen freischaltet.

Wir haben uns damit abgefunden, dass heruntergeladene Apps sich Berechtigungen erlauben. Honor nicht. Im Berechtigungsmanager lassen sich nachträglich alle Berechtigungen ein- oder ausschalten, praktischerweise nach Berechtigungen und Apps unterteilt. Zudem meldet das Smartphone Zugriffe von Apps auf wichtige Berechtigungen auf den Benachrichtigungsschirm.

 

Per Startmanager lässt sich genau justieren, welche App mit dem Start des Smartphones automatisch aufgeschaltet wird. Der Netzmanager regelt welche App per Wlan, mobilem Datennetz oder überhaupt nicht kommunizieren darf.

 

Die Benachrichtigungen werden ab EMUI 3.0 in einem Zeitstrahl gemeldet - das ist besser als bei jedem anderen Android-Handy gelöst.

Wird das 6 plus per USB mit einem Windows-Rechner gekoppelt, lässt ein automatisch erscheinender USB-Verbindungsmanager dem User die Wahl der Art und Weise. Ab Windows 7 erscheinen interner und externer Speicher als MTP-Gerät oder aber nur die SD-Karte als USB-Massenspeicher. Besonders bequem lässt sich das 6 plus mit der Hisuite-Software der Konzernmutter Huawei am PC steuern.

Die Verknüpfungen erscheinen wunschgemäß in vereinfachter Darstellung oder komplett und lassen sich in der Reihenfolge konfigurieren.

Android-typisch unkompliziert und intuitiv bedienbar sind die Systemeinstellung in einem Sammelmenü untergebracht.

Honor gestattet entgegen der KitKat-Konventionen die Einbindung der SD-Karte in den Systemspeicher. Ähnlich wie beim PC wird so die SD-Karte wie eine interne Speichererweiterung benutzt, was schnelle SD-Karten ab Class 10 voraussetzt - ist die Karte langsamer, warnt das 6 plus. Allerdings ist der interne Speicher von Haus aus schon mit vergleichsweise üppigen 32 GB bestückt. Soll eine zweite SIM-Karte genutzt werden, ist das auch gut so, denn die passt nur in den SD-Karten-Schacht.

 

Die DUAL-SIM-Funktion ist wie beim Honor 4x (Test) sehr sinnvoll gelöst. So stehen beide SIM-Karten zum Empfang von Telefongesprächen und SMS zur Verfügung, ausgehende Gespräche können wahlweise über die passende Karte geführt werden. Beide SIM-Schächte sind LTE-fähig, allerdings immer nur einer gleichzeitig.

 

Trotz gewaltigem 3600mAH-Akku gestattet EMUI 3.0 ausgiebige Feinjustierungen zum Stromverbrauch. Nur speziell geschützte Apps dürfen unbesorgt am Stromspeicher nuckeln, in jedem Fall wird eine Benachrichtigung über freche Stromverbraucher in die Benachrichtigungsübersicht geschickt. Im Testlauf hielt der Akku in jedem Fall über zwei volle Tage, bei "normalem" Gebrauch schon mal locker drei. EMUI 3.0 erlaubt die Verschlüsselung des Smartphones mit den im Screenshot aufgeführten Einschränkungen.

Letzte Chance: Im Super-Sparmodus reduziert sich die Funktionalität auf rudimentäre Eigenschaften. So kann mit sehr wenig Restakku noch eine gewisse Zeit überbrückt werden.

 

Durch 10 x Tipp auf die Buildnummer wird das Entwicklermenü freigeschaltet, in dem u.a. das USB-Debugging eingestellt wird. Ganz ohne Tricks gelingt die Konfiguration der Navigationsleiste, die Touch-Wizz-Umsteigern die Bedienung erleichert und ein Versenken der Navi-Leiste ermöglicht. Daneben erleichtern zahlreiche Bedienungshilfen den täglichen Umgang, so lassen sich Bewegungen definieren, die Gespräche annehmen, Töne leiser stellen oder Apps auf dem Homescreen neu anordnen. 

 

 

Steht ein System-Update an, so wird dies gewöhnlich OTA direkt aufs Smartphone gesandt. Es gibt zudem die sehr sinnvolle Möglichkeit, über die SD-Karte upzudaten. So wird die heruntergeladene Firmware in einem "dload"-Ordner auf der SD hinterlegt und dann mit dem Updater gestartet. Vor dem Herunterladen der Firmware lässt sich unterscheiden, ob je nach Version die Userdaten gelöscht werden oder erhalten bleiben. Ist das Smartphone einmal aufgrund irgendwelcher Bastelversuche nicht mehr startfähig, besteht zudem die Möglichkeit, eine komplette Firmware im internen Speicher zu hinterlegen und das Handy dann über den Recovery-Modus zu flashen.

 

 

Der Homescreen kann detailiert konfiguriert werden. Neben den selbstverständlichen Änderungen am Sperr- und Startbildschirm - noch genauer geht das über die oben schon beschriebenen Themes im Design-Ordner - stehen...

... zahlreiche, recht fix reagierende Übergänge und eine reichhaltige Anzahl an Widgets dem User zur Verfügung. Ein sehr praktisches Widget ist "Optimierung", welches auf Berührung inaktive Apps schließt und den Arbeitsspeicher bereinigt.

Hinter den "Starteinst." verbirgt sich die sehr praktische Konfigurationsmöglichkeit der App-Raster auf dem Homescreen.

 

Eine Besonderheit ist die Infrarotschnittstelle. EMUI 3.0 hat umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten direkt an Board. So werden zunächst die Gerätegattung und dann das entsprechende Modell ausgewählt...

 

... folgend die entsprechende Geräte. Über Testbediensequenzen wird das System solange abgeglichen, bis die höchstmögliche Übereinstimmung erreicht ist.

Die Fernbedienungsoberflächen lassen sich spezifisch anpassen, eine feine Sache, die im heimischen Pantoffelkino schnell mal Platz auf dem Wohnzimmertisch macht.

Die Konzernmutter Huawei ist auf Systemtechnik der Mobilfunkinfrastruktur spezialisiert, das weckt Erwartungen an die Empfangsleistungen des Honor-Sprößlings. Tatsächlich hält das Smartphone zuverlässig den Kontakt zu den E-Plus und O2-Basisstationen, allerdings wurde das LTE-Netz vergleichsweise selten empfangen. Im Vodafone-Netz bleibt das Honor überdurchschnittlich gut auf Empfang, hat. z.B. noch H+, wo das zum Vergleich herangezogene Xperia Z3 schon in der E-Empfangsart werkelt. LTE wird zuverlässig und schnell empfangen und gehalten.

Die Empfangs- und Sprachqualität ist sehr gut, die Maximallautstärke bei Gesprächen im wahrsten Sinn des Wortes umwerfend. Der Außenlautsprecher ist laut genug, der Klang ist annehmbar, fällt aber im preislich unfairen Vergleich mit einem Xperia Z3 und einem iPhone 5 deutlich ab.

Der verbaute Monolautsprecher klingt hell und deutlich, echter Bass ist bei dieser Größe nicht zu erwarten. Durch seine Platzierung an der Unterseite wird viel Potenzial verschenkt, vor allem, wenn das 6 plus auf einem Tisch liegt.

Insgesamt macht der Umgang mit dem Honor 6 plus viel Laune, auffallend ist die Ausgereiftheit des Betriebssystems, welches sich weder im Zusammenspiel mit Android-Wear oder aber mit anderen Fremdgeräten wie Navis die Spur einer Blöße gibt. So ist das 6 plus eines der wenigen Geräte, bei dem die Stummstellung bei gekoppelter Smartwatch wirklich funktioniert und die dann deaktiviert wird, wenn die Uhr auf der Ladestation liegt. Honors Modifikationen durch EMUI 3.0 lassen den Wunsch auf ein Lollipop-Update ob der damit vielleicht verbundenen Probleme eher verhalten zu.

Da sich EMUI 3.0 nicht sehr vonEMUI 3.1 unterscheidet, sind unsere "Tipps und Tricks für das Huawei P8" auf unserer Schwesterseite Huawei-Info zumeist für das Honor 6 plus anwendbar.


 

 

 

 

 

 

Mit dem Zweiten sieht man besser!

Honor verbaut in seinem aktuellen Spitzensmartphone eine Kamera mit gleich zwei Linsen. Das soll laut Werbeaussage die Sensorfläche vergrößern und nachträgliche Fokuseinstellungen ermöglichen. Pro Camera sind 8MP angegeben, die von der Software zu einem Foto mit 13MP zusammengefügt werden. So sollte das 6 plus für Lowlightaufnahmen also gerüstet sein.

Die EMUI Fotoapp ist wie vom Hersteller gewohnt sehr intuitiv und übersichtlich gehalten. Die obersten Einstellungsebenen wechseln durch Wischbewegungen, oben links darf der Blitz konfiguriert werden. Rechts oben geht es zu den sehr umfangreichen Einstellmöglichkeiten.

Links im Screenshot sind die Einstellmöglichkeiten der Hauptkamera zu sehen, rechts die der Selfie-Frontcam, die mit 8MP sehr hoch auflöst. Unter "Verschönern" verbirgt sich eine Fotobearbeitung, "Panorama" nimmt viele Fotos bei einem Schwenk auf und setzt sie wieder richtig zusammen, "HDR" simuliert per Software eine High Dynamik Range Aufnahme, dabei werden drei unterschiedlich belichtete Aufnahmen geschossen und dann zu einem Foto mit großer Gesamtdynamik zusammengesetzt. Per "Audionotiz" lassen sich Fotos vertonen, "Bestes Foto" schießt in schneller Folge eine ganze Reihe unterschiedlicher Fotos eines Motivs, aus denen das Beste ausgewählt werden kann. Ein digitales "Wasserzeichen" versieht das Foto mit einem wählbaren Stempel.

Die "Super-Nacht" ermöglicht Aufnahmen bei sehr wenig Licht, entweder per Auto-Pilot oder aber mit manueller Vorwahl von ISO und Belichtung. Der "Verschönern"-Modus ist in zehn Stufen zu konfigurieren, hier ist Ausprobieren angesagt - weniger ist meist mehr.

 

Neben der wählbaren Auflösung lassen sich hier zahlreiche überaus nützlich und bei Konkurrenzprodukten teils schmerzlich vermisste Einstellungen vornehmen. Die Laut/Leiser-Taste darf bei der Kamerasteuerung einige wichtige Funktionen erfüllen. So agiert sie wahlweise als Auslöser, Zoomtaste für einen digitalen Zoom, Schnellstart-Schnappschuss-Auslöser oder schlicht als Mittel, durch zweifachen Druck sehr schnell in den Kameramodus zu gelangen. Ferner gibt es launige Gimmicks wie das Auslösen per Sprachbefehl ("Cheeese..") oder einen zeitgesteuerten Selbstauslöser. Ein recht gut greifender, per Software realisierter Verwacklerschutz ist bei Fotos immer zugeschalten, bei Videos kann er angewählt werden.

Der Weißabgleich erfolgt automatisch mit recht guten Ergebnissen, passt es in extremen Situationen einmal nicht, stehen einige Szenarien zur Auswahl. Die Lichtempflindlichkeit ist zwischen 100 und 1600 ISO manuell wählbar.

Sogar die Sättigung, der Kontrast und die Helligkeit sind justierbar.

Anders als hochwertige DSLRs oder DSLMs haben Smartphones eine feste Blende verbaut. Bei der Hauptkamera ist dies die recht lichtempfindliche Blende f2.0, bei der Selfie-Kamera f2,4. Während die Hauptkamera einen Weitwinkel von 29mm - umgerechnet auf das Kleinbildformat - schafft, bringt es die Selfiekamera auf 26mm. Die kleinen Sensoren bedingen selbst bei den recht großen Blenden eine weitreichende Tiefenschärfe. Die ist aber als gestalterisches Element nicht immer gewollt, manchmal ist es sinnvoller, Hintergründe im Unscharfen zum lassen, um das Motiv markant herauszustellen. Per Software wird eine Blende zwischen f0,95 und f16 simuliert, mit entsprechend variabler Tiefenschärfe. Das gelingt verblüffend echt, wenn der Fotograf sich an die Vorgabe "nicht weiter weg als 2 Meter zum Motiv!" hält. Als Clou ist der Fokuspunkt dank der beiden Objktive selbst im Nachhinein setzbar.

Wie immer gelangt Ihr durch einen Klick aufs Bild zur Originaldatei mit den Exifs.

ohne Blendensteuerung

ohne Blendensteuerung

mit Blendensteuerung

mit Blendensteuerung

Entfernt sich der Fotograf weiter als zwei Meter vom Motiv oder versucht gar, die simulierte Blende 16 als Tiefenschärfegarant für Panoramaaufnahmen zu nutzen, geschieht folgendes:

Zum Vergleich das Motiv ohne Blendensimulation:

Wie bei den Kameras der Honor-Smartphones nicht anders gewohnt, überzeugen die Fotos des 6 plus mit recht großer Dynamik, wenig Bildfehlern und hoher Durchzeichnung. So ist der Himmel, obwohl im starken Kontrast zum Grün, dennoch gut durchgezeichnet, vielfach bilden gerade kleine Sensoren nur eine weiße Masse stattdessen ab. Eine Steigerung der Dynamik verspricht die HDR-Funktion.

 

Eine kontrastreiche Szene, der Wald säuft im Dunkeln ein wenig ab.

Die HDR-Funktion verhilft dem Foto zur Durchzeichnung dunkler Elemente, ohne unnatürlich zu wirken. Da mit dieser Funkion aber in schneller Folge drei Fotos hintereinander geschossen und dann zu einem zusammengefügt werden, eignet sie sich nicht für schnelle Bewegungen.

Eine Aufnahme ohne HDR, einfach in den Himmel hinein - für eine Smartphonekamera ein erstaunliches Ergebnis!

Wie funktioniert das nun mit den zwei Linsen? Honor schweigt sich im Wesentlichen aus, also müssen wir selbst für Ergebnisse sorgen. Zunächst einmal decken wir die innere Linse ab und erhalten folgendes Ergebnis:

Die innere Kamera ist also ganz klar die führende Kamera. Nach einigen Tests hier die Nahaufnahme eines Baumstumpfs, aus ca zwei Zentimetern fotografiert:

Nun halten wir die äußere Linse zu:

Das Linsensystem ermöglicht also die Aufnahme sehr naher Details mit zuverlässig treffendem Autofokus.

Wie schaut es mit der Lichtempfindlichkeit aus? Hier ein Beispiel mit 100 ISO im dunklen Dickicht des Waldes:

Wir gehen auf 800 ISO und decken die äußere Linse ab:

Das Ergebnis ist so, wie man es von einem Smartphone erwarten kann, das Rauschen vor allem auf Pixelebene deutlich sichtbar. Sieht man mit zwei Kamera-Augen wirklich besser? Wir setzen die ISO auf 1600 und fotografieren mit beiden Linsen:

 

Ein eindeutig besseres Ergebnis als mit ISO 800 und einer verdeckten Linse! Das Prinzip funktioniert also.

800 ISO im Zwielicht, es war dunkler, als es auf dem Foto wirkt.

 

Wie schon das Honor 4x (Test) überzeugt das 6 plus mit blitzschneller Schnappschuss-Fähigkeit. Per Doppelklick auf die Lautstärkewippe Vol - erwacht die Kamera in 1,2 Sekunden aus dem Standby, stellt scharf und schießt die Aufnahme.

Hält die Selfie-Kamera, was die 8MP versprechen?

Durch einen Klick aufs Foto könnt Ihr Euch selbst davon überzeugen. Bemerkenswert ist eine Art Quasi-Blitz: recht die Helligkeit für ein Selfie nicht aus, wird der Screen wahlweise auf volle Helligkeit gepowert, um ein wenig Licht in die Aufnahme zu bringen.

 

Die Videofunktion

Als höchste Einstellung steht 1080p in 30 Hz bereit, das reicht für gewöhnlich. Teilweise beherrschen Smartphones Aufnahmen bis zu 4k, da ist dann aber die Übertragungsgeschwindigkeit auf das Speichermedium der Flaschenhals, der eine so starke Komprimierung des Videos bedingt, dass die Auflösevorteile wieder zum großen Teil zunichte gemacht werden.

Bei Video-Profis ist es eine Todsünde, während eines Takes den Fokus zu korrigieren. Davon ist wohl Honor inspiriert, denn der einmal erfasste AF führt während der Aufnahme nicht nach, kann aber manuell mit einem Fingertipp auf ein Bildelement neu fixiert werden. Der Hersteller täte gut daran, eine wahlweise AF-Nachführung zu gestatten. Bei aktiviertem Bildstabilisator verfällt die Cam einem unschönen Rolling Shutter Effekt.

 

Kamera-Fazit

Die Kamera des Honor 6 plus ist EMUI-typisch intuitiv nutzbar und sehr gut zu konfigurieren. Honor verfällt nicht dem Pixel-Wahn, ganz im Gegenteil wird durch die ungewöhnliche Zwei-Linsen-Konstruktion mit je 8 MP Auflösung ein Lösungsansatz für Low-Light Fotos gesucht. Die Fotos gelingen gut, die Makro-Fähigkeiten sind für ein Smartphone geradezu sensationell. Allerdings dürfte der Autofokus in manchen Situationen gern ein wenig schneller reagieren, wenn er dann allerdings den passenden Punkt gefunden hat, sitzt er immer richtig.

Die Frontkamera glänzt mit hoher Auflösung und einer Panorama-Funktion, um ganze Gruppen aufs Foto zu bannen.

Bei der Videofunktionalität haben wir gerade von einem Zweilinsensystem mehr erwartet. Dabei stört uns nichtmal die "lediglich" Full-HD-Auflösung, sondern die fehlende AF-Nachführfunktion und die Bildfehler bei aktiviertem Entwackler.

 

 


 

 

 

 

 

Alles nur #FORTHEBRAVE?

Ist besonderer Mut die geforderte Eigenschaft beim Kauf eines Honor 6 plus? Nein, ganz gewiss nicht. Im Gegenteil liefert das aktuelle Spitzensmartphone der Newcomer eine sehr ausgereifte, routinierte Vorstellung ab. Ein sehr gut verarbeitetes Smartphone aus Materialien, die der absoluten Spitzenklasse zuzuordnen sind, paaren sich mit einer gelungenen Packung High-Tech im Inneren. Dabei scheut sich Honor nicht, mit der gebotenen DUAL-SIM Funktionalität den hiesigen Markt zu provozieren. Dabei sind beide SIM-Schächte LTE-fähig - leider fehlt das in unseren Breiten sehr wichtige 800er Band. Die gebotene Geschwindigkeit, die ungewöhnliche Doppeloptik-Kamera und die sehr umfangreiche, überaus praxisgerechte Ausstattung mit dem innovativen EMUI 3.0 katapultieren das Honor 6 plus in die Spitzenklasse, nur knapp unterhalb der absoluten High-End Klasse. So garnicht High-End ist dabei der mit 399 Euro UVP angesetzte Preis - von uns gibt es für das Gesamtpaket eine dicke Kaufempfehlung!

 

 

 

 © H. Gerdesmeier für Honor-Info.de
Aufmacherfoto © Honor,  alle anderen, nicht anders gekennzeichneten Fotos © H. Gerdesmeier

Kommentare   

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